Wer noch nicht gegessen hat, bitte Post schliessen und später vorbeischauen. Wer weiter liest, der wurde gewarnt, haha. Streng genommen braucht man echt keinen Urlaub, um kulinarisch in einem anderen Land zu landen. Genau das ist mir passiert, als ich meinen Freund Kamil besucht habe. Schon beim Betreten seiner Wohnung ist mir dieser herrliche Duft entgegengekommen. Da wusste ich sofort, heute wird nicht nur geplaudert, heute wird ordentlich gegessen!
Kamil hatte ein klassisches polnisches Abendessen vorbereitet, und ich war ehrlich begeistert. Im großen Topf wartete Bigos auf uns, ein traditioneller Eintopf aus Sauerkraut, Fleisch und allerlei Gewürzen. Die Konsistenz war wunderbar kräftig und die vielen Fleischstücke machten das Ganze noch besser. Besonders die Lorbeerblätter und die leicht rauchige Note sind mir sofort aufgefallen. Auf jeden Fall eines dieser Gerichte, die nach Heimat und Familienrezept schmecken.

Aber damit war noch lange nicht Schluss. Denn anschließend standen mehrere Teller voller Pierogi auf dem Tisch. Und zwar nicht ein paar Stückerl, sondern richtig viele! Die handgemachten Teigtaschen waren weich, saftig und einfach fantastisch. Ich habe ehrlich gesagt irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele ich gegessen habe. Vielleicht besser so…

Nicht falsch verstehen, ich mag viele Küchen. Aber die polnische Küche hat für mich etwas besonders Gemütliches. Alles wirkt bodenständig, ehrlich und unglaublich sättigend. Immerhin steckt in solchen Gerichten auch viel Zeit und Herzblut.
Ich habe Kamil jedenfalls versprochen, nicht so lange bis zum nächsten Besuch zu warten. Und wer weiß, vielleicht versuche ich mich sogar einmal selbst an Pierogi, auch wenn das vermutlich ein kleines Chaos wird.