Was für eine beschissene Art in den heutigen Tag zu starten. Wenn man morgens das Handy aufmacht und gleich so eine Nachricht liest, dann bleibt man kurz hängen. Wirklich hängen. Catherine O’Hara ist tot. 71 Jahre alt. Ich musste den Satz zweimal lesen, obwohl ich ihn eh schon verstanden hab. Sie war einfach immer da, gefühlt zumindest.
Ich verbinde mit ihr sofort Weihnachten, Couch, Tee, vielleicht ein bisschen zu viel Keks. Kevin allein zu Haus läuft, wie jedes Jahr, und da ist diese leicht gestresste, aber warmherzige Mutter, die eigentlich alles zusammenhalten will. Catherine O’Hara hatte diese besondere Art, gleichzeitig chaotisch und liebevoll zu sein. Nie laut im Sinne von aufdringlich, eher präsent. Und genau das fehlt jetzt plötzlich.
Besonders berührt hat mich aber der Instagram Post von Macaulay Culkin. Ich scrolle selten lange bei sowas, aber da bin ich stehen geblieben. Dieses eine Wort, „Mama“, und dann diese Zeilen. So ehrlich, so ungeschützt. Kein großes Statement, kein PR Text. Nur Verlust. Man merkt sofort, dass das mehr war als eine Filmbeziehung. Da schreibt kein Schauspieler über eine Kollegin, da schreibt ein Mensch über jemanden, der wichtig war. Ich glaub, genau deshalb geht einem das so nah.
Das Foto aus dem Film, daneben eines von später, Walk of Fame, beide älter, aber mit dem gleichen Blick zueinander. Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hätte. Vielleicht, weil es zeigt, wie sehr Zeit vergeht, auch wenn man denkt, manche Dinge bleiben fix. Tun sie halt nicht.
Catherine O’Hara war nie nur die Mutter aus einem Weihnachtsfilm. Beetlejuice, Schitt’s Creek, so viele Rollen, die hängen bleiben, weil sie immer etwas Echtes hatten. Keine perfekte Figur, aber eine glaubwürdige.
Ich merke gerade, wie viele Menschen sie geprägt hat, ohne dass man es bewusst wahrnimmt. Und vielleicht ist das das Schönste an diesem Abschied. Dass so viele kurz innehalten, ein Bild teilen, eine Erinnerung. Und für einen Moment dankbar sind.
Am Ende bleibt dieses Gefühl von Wehmut, aber auch von Wärme. Und ja, ich werde diesen Film heuer mit einem Kloß im Hals schauen, ziemlich sicher.