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Spuren der Mauer - fünf Stationen Bernauer Straße Nirgends wurde die Brutalität der Grenzziehung
und -sicherung so offenkundig wie in der Bernauer Straße zwischen
den Bezirken Mitte und Wedding. Während nach dem 13. August mit dem
Zumauern der Häuser im sowjetischen Sektor begonnen wurde, sprangen
die Menschen auf den Bürgersteig in den französischen Sektor.
Die Häuser wurden bald darauf abgerissen, nur ihre Fassaden blieben
jahrelang als Grenzmauer stehen. Um den Grenzstreifen zu »bereinigen«,
wurden die Gräber des Sophien-Friedhofs umgebettet und 1985 die mächtige,
neugotische Versöhnungskirche gesprengt. Invalidenfriedhof / Scharnhorststraße Der unter Friedrich II. 1748 angelegte Invalidenfriedhof wurde mit dem Mauerbau zum Grenzgebiet. Um für den Todesstreifen und die Hinterlandmauer, die hier partielle erhalten ist, Platz zu schaffen, ebnete man einen Teil der Grabfelder ein. Die aus roten Ziegeln errichtete Friedhofsmauer diente als Vorderlandmauer und war durch einen Stacheldrahtzaun verstärkt. Die Sektorengrenze verlief in der Mitte des Berlin-Spandauer Schiffahrtskanals. Nördlich des Friedhofes befindet sich der Turm der ehemaligen Führungsstelle am Kieler Eck, der in Funktion und Bauweise mit dem am Schlesischen Busch identisch ist. Von einem neuen Wohnkomplex umschlossen, ist der Zusammenhang mit der Grenzanlage am Invalidenfriedhof nicht mehr sichtbar. Brandenburger Tor Das Parlament der Bäume auf dem ehemaligen Grenzstreifen,
heute im neuen Regierungsviertel am Spreebogen gelegen, wurde 1991 zum
Gedenken an die getöteten Flüchtlinge und ostdeutschen Grenzer
angelegt. Die Installation aus Bäumen, Gedenksteinen und Grenzsegmenten,
die von Künstlern mit Bildern und Texten über »Die Art des Teilens«
gestaltet sind, geht auf die Initiative des Künstlers Ben Wargin
zurück. Niederkirchnerstraße / Zimmerstraße Der etwa 200 Meter lange Grenzmauerabschnitt in der
Niederkirchnerstraße, von »Mauerspechten« nach der Grenzöffnung
durchlöchert, bildet den nördlichen Abschluss des künftigen
Dokumentationszentrums »Topographie des Terrors«, das auf dem Gelände
der ehemaligen Gestapo-Hauptzentrale errichtet wird. Oberbaumbrücke Die Ende letzten Jahrhunderts erbaute Oberbaumbrücke
war zu Mauerzeiten einer der acht innerstädtischen Grenzübergänge.
Weihnachten 1963 überquerten Zehntausende von West-Berlinern die
Brücke, um erstmals nach dem Mauerbau ihre Verwandten in Ost-Berlin
wiederzusehen. In den vergangenen Jahren wurde in den Berliner Innenstadtbezirken der Mauerverlauf mit einer doppelten Pflastersteinreihe im Straßenboden markiert. Zuvor hatten Künstler andere Formen der Markierung erprobt: Zwischen dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Martin-Gropius-Bau verlaufen das Kupferband von Gerwin Zohlen und die roten und blauen Betonbohlen (für Vorder- und Hinterlandmauer) von Angela Bohnen. In Ergänzung zur Mauermarkierung weisen bisher 15 Bild-Text-Tafeln zur »Geschichtsmeile Berliner Mauer« auf die Bedeutung der jeweiligen Orte im Zusammenhang mit der Mauer hin (die Standorte sind auf der Karte zum Mauerverlauf als blaue Punkte markiert). Die Informationstafeln aus Glas und einer Metallfassung werden in den nächsten Monaten um zusätzliche Stationen erweitert. Die Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert
in Zusammenarbeit mit dem DeutschlandRadio eine ausführliche, mit historischen
Dokumenten versehene »Chronik
der Mauer - Unter »mauerfotos.de« hat der Fotograf Matthias Hoffmann mit rund 500 Fotografien, aufgenommen zwischen 1984 und 1989, eine annähernd vollständige Dokumentation des Verlaufs der Berliner Mauer veröffentlicht. |